{"id":1095,"date":"2011-11-17T18:50:20","date_gmt":"2011-11-17T17:50:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=1095"},"modified":"2011-11-19T11:55:25","modified_gmt":"2011-11-19T10:55:25","slug":"anknuepfungspunkte-und-inhalte-der-foerderung-von-informationskompetenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/anknuepfungspunkte-und-inhalte-der-foerderung-von-informationskompetenz\/","title":{"rendered":"Ankn&uuml;pfungspunkte und Inhalte der F&ouml;rderung von Informationskompetenz"},"content":{"rendered":"<p>In welchem Rahmen und mit welchen Inhalten erreicht man Studierende beim Thema Informationskompetenz am besten? Dieser Dauerbrenner bei Diskussionen um Informationskompetenz ist k&uuml;rzlich <a href=\"http:\/\/xenzen.wordpress.com\/2011\/10\/31\/immer-da-wo-du-bist-bin-ich-nie-erstis-und-informationskompetenz\/\">von Anne Christensen in ihrem Blog in einem anregenden Beitrag aufgegriffen<\/a> worden.<\/p>\n<p>Der Hinweis von Anne Christensen, dass weder Bibliotheken, noch Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten selbsterkl&auml;rend sind, und ihr Vorschlag, schon ziemlich fr&uuml;h, das Thema Peer Review zu behandeln, treffen die inhaltliche Haupt-Problematik von Informationskompetenz aus meiner Sicht exakt. <\/p>\n<p>Pers&ouml;nlich glaube ich, dass man eigentlich noch tiefer gehen m&uuml;sste. Die wichtige Frage, die ja auch mit dem Peer Review zusammenh&auml;ngt, lautet: Wie entsteht wissenschaftliches Wissen? Was unterscheidet dieses von anderem Wissen? Und schon ist man mittendrin in der Frage: Was ist &quot;wissenschaftliche&quot; Wahrheit? Was ist Wahrheit &uuml;berhaupt? Und damit ist man auch schon tief verstrickt in spannenden philosophischen, gar weltanschaulichen Diskussionen! (Vor einiger Zeit hatte ich <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/neue-ausgabe-bibiothekskultur-libreas-library-ideas\/\">im Rahmen eines Essays auf &auml;hnliche Aspekte in einem kurzen Abschnitt mit dem Titel &quot;Von der Informationskompetenz zur Reflexion &uuml;ber wissenschaftliches Arbeiten&quot;<\/a> hingewiesen.)<\/p>\n<p>Optimal w&auml;re also die Integration eines Moduls Informationskompetenz in eine Lehrveranstaltung zum (m&ouml;glichst fachspezifischen) wissenschaftlichen Arbeiten. <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/thapke\/status\/137166229789093890\">Gerade<\/a> hatte ich eine Gruppe Studierender des <a href=\"http:\/\/www.reap.hcu-hamburg.de\/\">Masters-Studienganges Resource Efficiency in Architecture and Planning (REAP) der HafenCity-Universit&auml;t (HCU)<\/a> zu Gast. Deren <a href=\"https:\/\/www.hcu-hamburg.de\/fileadmin\/documents\/REAP\/Study_Cards\/REAP_M0102_Research_Methods_and_Statistics.pdf\">Lehrveranstaltung mit dem Titel &quot;Research Methods and Statistics&quot;<\/a> ist genau der richtige Ort f&uuml;r das, was mir vorschwebt und das durch <a href=\"http:\/\/www.leuphana.de\/college\/bachelor\/leuphana-semester.html\">das Leuphana-Semester in L&uuml;neburg<\/a> eigentlich auch zu erreichen w&auml;re. Themen der HCU-Lehrveranstaltung sind: Basic concepts in epistemology and philosophy of science, Different understandings of and perspectives on theoretical and empirical research (qualitative and quantitative research), The role of models and computers, Fundamentals of statistical reasoning, Principles of scientific work. Meine eigene Mitwirkung in der Lehrveranstaltung beschr&auml;nkte sich dann allerdings doch eher auf die klassisch, bibliothekarisch verstandene Informationskompetenz, denn wer von uns hat die Zeit und die Gelegenheit, solch ein Projekt und eine solche Lehrveranstaltung wirklich durchzuf&uuml;hren bzw. zu begleiten. &Uuml;brigens, auch <a href=\"https:\/\/www.hcu-hamburg.de\/bachelor\/q-studies\/inhalte\/\">die [Q] Studies, das Studium fundamentale der HCU,<\/a> w&auml;ren ein potentieller Ort f&uuml;r die Integration von IK-Aktivit&auml;ten.<\/p>\n<p>Auch an der TU Hamburg-Harburg (TUHH) habe ich vor ein paar Wochen Ver&auml;nderungen beobachten k&ouml;nnen, die eventuell verst&auml;rkt Ankn&uuml;pfungspunkte zur F&ouml;rderung von Informationskompetenz bieten k&ouml;nnten. Ich war eingeladen <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#!\/thapke\/status\/127279395248422912\">im Rahmen einer &Uuml;bung zur Vorlesung &quot;Bioverfahrenstechnik &#8211; Vertiefung&quot; etwas zur Fachinformation in der Verfahrenstechnik<\/a> zu sagen. Ich dachte anfangs, dass wird wieder so eine aufgesetzte Veranstaltung, wo man etwas zum Thema Informationskompetenz erz&auml;hlt, dies aber von den Studierenden kaum wahrgenommen wird, weil f&uuml;r sie anstehende Klausuren mit Recht viel wichtiger sind.<\/p>\n<p>Doch ich wurde eines anderen belehrt! Zur Einf&uuml;hrung wurden die Teilnehmenden von den lehrenden wissenschaftlichen MitarbeiterInnen auf <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Problembasiertes_Lernen\">Aspekte des problembasierten Lernens (PBL)<\/a> hingewiesen, das im Rahmen dieser Lehrveransatltung ausprobiert werden sollte und das <a href=\"http:\/\/www.tub.tu-harburg.de\/blog\/2011\/03\/23\/problembasiertes-lernen-an-der-tuhh\/\">seit einiger Zeit an der TUHH etwas popul&auml;rer<\/a> wird.<\/p>\n<p>Der &quot;Kreislauf&quot; des PBL, der den Studierenden vorgestellt wurde, ist dabei der Folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Am Anfang steht ein Problem, vorbereitet in der Regel vom Lehrenden.<\/li>\n<li>In einer Kleingruppendiskussion wird bekanntes Wissen zum Problem gesammelt und danach gefragt, was zur Probleml&ouml;sung noch ben&ouml;tigt wird.<\/li>\n<li>Dann erfolgt in Eigenstudien die Suche nach ben&ouml;tigten Informationen via Internet und Bibliotheks-Ressourcen.<\/li>\n<li>Die gesammelten Informationen werden dann ausgetauscht, und es wird gepr&uuml;ft, ob diese schon zur Probleml&ouml;sung reichen. Ist dies nicht der Fall, beginnt der Kreislauf von vorne. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Und der dritte Punkt ist eben aus der Natur des Prozesses heraus der richtige Ankn&uuml;pfungspunkt f&uuml;r Informationskompetenz-Aktivit&auml;ten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die TUHH ist dies jedenfalls was Neues, abseits von den normalen Vorlesungen. Vorbild f&uuml;r die TUHH sind <a href=\"http:\/\/www.en.aau.dk\/About+Aalborg+University\/The+Aalborg+model+for+problem+based+learning+%28PBL%29\/\">PBL-Konzepte der d&auml;nischen Universit&auml;t Aalborg<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.maastrichtuniversity.nl\/web\/Main\/Education\/EducationalProfile\/ProblemBasedLearning.htm\">der niederl&auml;ndischen Universit&auml;t Maastricht<\/a>.<\/p>\n<p>Es gibt vergleichbare Ans&auml;tze f\u00fcr handlungsorientiertes, selbstgesteuertes Lernen unter anderen Begriffen wie z.B. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/WebQuest\">WebQuests<\/a>. Sheila Webber hat gerade <a href=\"http:\/\/information-literacy.blogspot.com\/2011\/11\/sheffield-university-information.html\">in ihrem Blog unter dem Stichwort Inquiry-Based Learning auf &auml;hnliche, aber viel strategischer gedachte britische Aktivit&auml;ten hingewiesen<\/a>. Schon <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/informationskompetenz-im-denkarium\/\">vor l&auml;ngerer Zeit hatte ich eine These zitiert<\/a>, dass die Ankn&uuml;pfungspunkte von Informationskompetenz dann gr&ouml;&szlig;er werden, wenn komplexere und offene Problemstellungen Teil des Lernens im Alltag an den Schulen und Hochschulen werden. Mein Tutorial im Rahmen der oben erw&auml;hnten Vorlesung wurde jedenfalls aufmerksam verfolgt. Wohl besonders auch deswegen, weil durch das Absolvieren der (&uuml;brigens freiwilligen) PBL-Anteile der Vorlesung die Studierenden Punkte f&uuml;r die abschliessende Klausur erwerben konnten. \ud83d\ude0e<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In welchem Rahmen und mit welchen Inhalten erreicht man Studierende beim Thema Informationskompetenz am besten? Dieser Dauerbrenner bei Diskussionen um Informationskompetenz ist k&uuml;rzlich von Anne Christensen in ihrem Blog in einem anregenden Beitrag aufgegriffen worden. 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