{"id":1412,"date":"2012-06-01T07:38:00","date_gmt":"2012-06-01T06:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=1412"},"modified":"2013-01-21T09:46:26","modified_gmt":"2013-01-21T08:46:26","slug":"information-culture-and-different-views-on-information-literacy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/information-culture-and-different-views-on-information-literacy\/","title":{"rendered":"Information culture and different views on information literacy"},"content":{"rendered":"<p>Am 1. Juni bin ich zu Gast im Seminar &quot;Teaching Library : international trends in information literacy&quot; von Prof. Christine Gl&auml;ser im Rahmen des englisch-sprachigen <a href=\"http:\/\/www.haw-hamburg.de\/ma-inform-mgt\">Masters-Studienganges Informationswissenschaften und -management der Fakul&auml;t Design, Medien und Information der HAW Hamburg<\/a>.<\/p>\n<p>Mein Termin wird den Titel <a href=\"http:\/\/www.slideshare.net\/thapke\/information-culture-different-views-on-information-literacy\" title=\"Slides of presentation 'Information culture\u000b\u000b and different views on information literacy'\">&quot;Information culture\u000b\u000b and different views on information literacy&quot;<\/a> tragen, und ich werde hier u.a. Thesen aus meinem k&uuml;rzlich erschienenden Aufsatz &quot;<a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1515\/9783110255188.36\">Informationskompetenz in einer neuen Informationskultur<\/a>&quot; erl&auml;utern. Erscheinen ist der Aufsatz im von Wilfried S&uuml;hl-Strohmenger herausgegebenen &quot;<a href=\"http:\/\/www.degruyter.com\/view\/product\/129277\">Handbuch Informationskompetenz&quot; (Berlin : de Gruyter Saur, 2012<\/a>, S. 36-48).<\/p>\n<p>Hier folgt ein leicht bearbeiteter, aber stark gek&uuml;rzter Auszug ohne Fussnoten:<\/p>\n<p><strong>Der Wandel der Welt der Information und Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p>Die moderne Welt der Information und Kommunikation ist einem best\u00e4ndigen Wandel unterworfen. Aktuelle Praktiken und Erfahrungen in neuen Informationsumwelten werden zunehmend von Funktionalit\u00e4ten und Komponenten des sogenannten Web 2.0 mit sozialen Netzwerken und Informationssystemen wie Facebook, Twitter, Weblogs und Wikis bestimmt. Dadurch ver&auml;ndern sich die Erwartungen und das Agieren der Nutzenden. Die Anforderungen f&uuml;r einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Information ver&auml;ndern sich.<\/p>\n<p>Im Folgenden werden Anregungen zum Nachdenken \u00fcber die Frage gegeben werden, wie sich Informationskompetenz in sich &auml;ndernden Umwelten von Information und Kommunikation wandelt. Dies impliziert die Frage nach dem, was sich am Begriff Informationskompetenz nicht ver&auml;ndert, wenn sich Informationsumwelten wandeln, also die Frage nach dem Kern von Informationskompetenz. Eine kritische Reflexion des Begriffes Informationskompetenz als neue Informationskultur f&ouml;rdert einen eher kulturorientierten Blick auf die bisherige Theorie und Praxis von Informationskompetenz.<\/p>\n<p><strong>Eine kritische Sicht auf Informationskompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Bezeichnung Informationskompetenz 2.0 wurde <a href=\"http:\/\/eprints.rclis.org\/archive\/00011689\/\">schon 2007<\/a> eher als ein Label f\u00fcr kritisches Hinterfragen g&auml;ngiger Informationskompetenz-Vorstellungen aufgefasst. Ein kritischer Zugang zur Informationskompetenz umfasst eine kritische Analyse des Begriffes Informationskompetenz. Dieser ist ein Begriff, der von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich verstanden wird. Differenzen und Unterschiede im Gebrauch definieren Begriffe. So spielen Unterscheidungen eine gro\u00dfe Rolle, beim Informationsbegriff zum Beispiel diejenigen zu Wissen, Informatisierung, Form, Bildung\/Lernen, Kommunikation, Dokument oder Medium. Information kann nie isoliert von verwandten Begriffen betrachtet werden.<\/p>\n<p>\t<strong>Alternative Sichtweisen auf Informationskompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Informationskompetenz wird als Teil der &quot;multi&quot;-, &quot;new&quot; oder &quot;digital literacies&quot; gesehen oder auch nur als eine kritische Einstellung. Ganzheitliche Sichtweisen zu &quot;information literacy&quot; verstehen Informationskompetenz als Meta-Kompetenz,  trans- oder &quot;<a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/zum-begriff-informationskultur\/\">second-order literacy<\/a>&quot;.<\/p>\n<p><strong>Wozu Kultur? Ein kulturbezogener Blick auf Informationskompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich ist die Kombination von Kultur mit Information keine L&ouml;sung f\u00fcr die Begriffsproblematik, denn der Kulturbegriff ist erst recht nur als Vielfalt von Bedeutungen zu verstehen. Aber eine allt&auml;gliche Bestimmung von Informationskultur als kultivierter Umgang mit Information, als bewusstes, verantwortungsvolles und kompetentes Umgehen mit dem eigenen Informieren und Lernen, kommt dem nahe, was unter Informationskompetenz verstanden werden kann. Der ebenfalls oft verwendete Terminus der &quot;Lernkultur&quot; impliziert einen engen Zusammenhang zwischen dem Lernenden, der immer auch ein sich Informierender ist, und der Umgebung oder dem Rahmen, in dem das Lernen stattfindet.<\/p>\n<p>Informationskultur betont die Vielfalt beim Umgang mit unterschiedlichsten Informationssystemen im Gegensatz zur Google-&quot;Monokultur&quot;. Mit dem Terminus Kultur kommt das Andere in den Blick, die Differenz  und damit auch die Information, die nach Bateson \u00fcber eben diese Differenz definiert wird: &quot;Information ist ein Unterschied, der einen Unterschied macht&quot; (Bateson, Gregory: &Ouml;kologie des Geistes : anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1985, S. 582). Informationskultur umfasst ein &quot;Sich-selbst-Gestalten&quot;, ein Anderssein und sich selbst anders (kritisch) sehen, aber auch einen gemeinschaftlichen, teilnehmenden Ansatz, die Betonung von Kontext und Beziehungen, so z.B. auch im Rahmen einer Fach-&quot;Kultur&quot;, und damit eine nicht nur bibliothekarische Sicht auf Informationskompetenz.<\/p>\n<p>Informationskultur meint auch, dass mit Information Umgehende Teil der Kultur eines Faches oder einer sonstigen Gemeinschaft, also Teil einer Diskussions- und Diskurs-Gemeinschaft mit eigenen kulturellen und sozialen Strukturen, sind. Diese k&ouml;nnen heutzutage auch virtuell im Netz in vielf&auml;ltiger Weise existieren. F\u00fcr diese &quot;participatory culture&quot; hat <a href=\"http:\/\/www.henryjenkins.org\/\">Henry Jenkins<\/a> eine Reihe von &quot;new media literacies&quot; beschrieben, die zu einer bewussten Informationskultur geh&ouml;ren: &quot;play&quot;, &quot;simulation&quot;, &quot;multitasking&quot;, &quot;transmedia navigation&quot;, &quot;networking&quot; u.a.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines kulturellen Verst&auml;ndnisses von Information(skompetenz) kommen <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/zum-begriff-informationskultur\/\">Fragen von Authentizit&auml;t, Macht, Identit&auml;t, Kreativit&auml;t und Ged&auml;chtnis<\/a> in den Blick, die gerade die moderne digitale Informations- und Kommunikationsgesellschaft pr&auml;gen. <\/p>\n<p>\t<strong>Was ist der Kern von Informationskompetenz oder Informationskultur?<\/strong><\/p>\n<p>Der st&auml;ndige Wandel der Informationstechnologie wirft die Frage auf, <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/informationskompetenz-neu-gedacht-informationskompetenz-leicht-gemacht\/\">welche F\u00e4higkeiten und Eigenschaften des Individuums im Bereich Informationskompetenz wichtig bleiben<\/a>. <\/p>\n<p>Welche Aspekte von Informationskompetenz gelten unabh&auml;ngig davon, ob man sich in der Welt der gedruckten Information, im Web 2.0 oder in den vielf&auml;ltigen Zwischenstufen zwischen beiden bewegt? Ein erster, unvollst&auml;ndiger Vorschlag, wie ein Individuum mit hoher Informationskultur und Informationsbildung agiert, k&ouml;nnte so aussehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nie nur einer Informationsquelle vertrauen!<\/li>\n<li>Beim Recherchieren und Informieren jederzeit auf Ver&auml;nderungen gefasst sein! Das Andere beachten, und &uuml;ber sich selbst und das eigene Informationsverhalten hinaussehen!<\/li>\n<li>Strategien zur Informationsbew\u00e4ltigung und zum Umgang mit der Informationsflut nutzen sowie Informationsm\u00f6glichkeiten und -prozesse kennen.<\/li>\n<li>Beim Recherchieren \u00fcber die verwendeten Suchbegriffe und deren Variationen und Synonyme nachdenken. Alltagstauglich ist der Slogan &quot;Bullshit in, bullshit out&quot;.<\/li>\n<li>Sich bewusst sein, dass Informationsprozesse prinzipiell unsicher sind und diese Ungewissheit ertragen lernen (Ambiguit&auml;tstoleranz). Differenzen ertragen und aushalten.<\/li>\n<li>Im Rahmen des Informationsprozesses nicht zu fr&uuml;h aufgeben.<\/li>\n<li>Sich bewusst sein, dass jedes Informationsprodukt von jemandem Bestimmten mit einem gewissen Zweck erstellt wurde. Jede Tatsache ist eine Tat-Sache.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. Juni bin ich zu Gast im Seminar &quot;Teaching Library : international trends in information literacy&quot; von Prof. Christine Gl&auml;ser im Rahmen des englisch-sprachigen Masters-Studienganges Informationswissenschaften und -management der Fakul&auml;t Design, Medien und Information der HAW Hamburg. 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