{"id":2008,"date":"2013-07-15T13:26:29","date_gmt":"2013-07-15T12:26:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=2008"},"modified":"2013-07-15T13:26:31","modified_gmt":"2013-07-15T12:26:31","slug":"lsd-fuer-das-wissenschaftliche-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/lsd-fuer-das-wissenschaftliche-arbeiten\/","title":{"rendered":"LSD f&uuml;r das wissenschaftliche Arbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Auf <a href=\"http:\/\/www.boehlau-verlag.com\/978-3-8252-3858-2.html\">Markus Krajewski&#8217;s Buch &quot;Lesen Schreiben Denken : zur wissenschaftlichen Abschlussarbeit in 7 Schritten&quot;<\/a> (Wien: B&ouml;hlau \/ UTB, 2013) war ich sehr gespannt. Obwohl ich ja eigentlich nicht mehr so viel &quot;<a href=\"http:\/\/paulgraham.com\/stuff.html\">Stuff<\/a>&quot; ansammeln will (wobei im gerade verlinkten Text B&uuml;cher ausdr&uuml;cklich ausgenommen sind! \ud83d\ude0e ), wird LSD &#8211; nicht <em><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/LSD\">LSD<\/a><\/em> &#8211; doch Teil meiner B&uuml;cherregale werden. <\/p>\n<p>Das Buch bietet mit seinen 7 Schritten &#8211; Themenfindung, Recherche, Lekt&uuml;re, Verzetteln, Verfassen, Zitieren und Formatieren &#8211; eine leicht lesbare und kompakte Einf&uuml;hrung in modernes Arbeiten in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Aber auch Studierende anderer Fachrichtungen k&ouml;nnen das Buch mit Gewinn lesen. Bei jedem Schritt werden wichtige Anregungen zum Nachdenken gegeben, aber auch viele kleine Tricks und Kniffe erw&auml;hnt. Es gibt sogar ein &quot;Lob von LaTeX&quot; (S.99).<\/p>\n<p>Schon der Titel betont, worauf es beim wissenschaftlichen Arbeiten wirklich ankommt: &quot;<a href=\"http:\/\/www.hochschulwesen.info\/inhalte\/hsw-1-2010.pdf\">Wissenschaftlich schreiben hei\u00dft vor allem denken.<\/a>&quot; (Zitat ist Titel eines Aufsatzes mit dem Untertitel &quot;Zw&ouml;lf Techniken f&uuml;r mehr Effizienz&quot; von Philipp Mayer, in: Das Hochschulwesen, 58 (2010) 1, S. 28-32). Mit dem Band wird f&uuml;r mich auch das Begriffspaar Rezept \/ Reflexion angesprochen. Damit meine ich das auch in anderen Bereichen wie z.B. der Erziehung oder dem Lehren oft vorkommende Fragen nach (Patent-) Rezepten beim wissenschaftlichen Arbeiten oder eben beim p&auml;dagogischen Handeln in der Lehre. Rezepte k&ouml;nnen als Werkzeug in bestimmten Kontexten hilfreich sein, aber das Wesentliche beim wissenschaftlichen Arbeiten, Lehren usw. ist es aus meiner Sicht, selbst Erfahrungen zu sammeln, sich selbst dabei &uuml;ber die Schulter zu schauen und dann dar&uuml;ber nachzu<strong>denken<\/strong>, was man f&uuml;r sich in der konkreten Herausforderung in Zukunft besser machen kann. Das Wesentliche also ist Reflexion &uuml;ber das eigene Handeln.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich bin ich f&uuml;r eine Beurteilung des Buches voreingenommen, da ich <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?s=krajewski&#038;submit=Suchen\">Markus Krajewski schon lange auch pers&ouml;nlich kenne<\/a> und seine Texte seit seiner Zettelwirtschaft (<a href=\"http:\/\/www.b2i.de\/fileadmin\/dokumente\/BFP_Bestand_2002\/Jg_26-Nr_3\/Jg_26-Nr_3_Rezensionen\/Jg_26-2002-Nr_3-S_312-323.pdf\">Link zu einer Rezension, S. 317-318<\/a>) immer wieder mit Vergn&uuml;gen lese. Gerade illustrierende Beispiele aus der eigenen Forschung von Krajewski machen dieses Buch f&uuml;r jemanden wie mich, dessen Interessen sehr &auml;hnlich gelagert sind, besonders lebendig.<\/p>\n<p>Was im Buch von Markus Krajewski sicher nicht explizit genug thematisiert wird, ist ein f&uuml;r mich zum Thema &#8222;Wissenschaftliches Arbeiten&#8220; geh&ouml;rendes Nachdenken &uuml;ber Wissenschaft als Institution und damit verbunden &uuml;ber Kennzeichen von wissenschaftlichen Texten oder von Wissenschaftlichkeit. Erg&auml;nzend lohnt es sich, hier z.B. in das B&auml;ndchen &quot;Wissenschaftssprache : eine Gebrauchsanweisung&quot; von Valentin Groebner (Konstanz : Konstanz Univ. Press, 2012, hier den Teil &quot;Ein bisschen Feldforschung&quot;) oder in den Klassiker &quot;Uni-Angst und Uni-Bluff heute : wie studieren und sich nicht verlieren&quot; von Wolf Wagner (Aktualisierte und vollst. \u00fcberarb. Neueusg., 3. Aufl. der Neuausg. Berlin : Rotbuch-Verl., 2012) zu schauen.<\/p>\n<p>Implizit ist dieses Buch auch eine Einf&uuml;hrung in eine Kulturgeschichte wissenschaftlichen Arbeitens, die bisher noch nicht geschrieben wurde. Ich selbst will mich irgendwann mal an so etwas wie eine Geschichte von (vor allem bibliothekarischer) Aktivit&auml;ten zur F&ouml;rderung von Informationskompetenz und wissenschaftlichem Arbeitens machen. Dazu harrt immer noch das Werk &quot;Versuch einer Bibliographie zur bibliothekarischen Wissenschaftsp&auml;dagogik im deutschsprachigen Gebiet : 1500 &#8211; 1970&quot; von Dieter Schmidmaier (Freiberg: Bibliothek der Bergakademie, 1970) auf Auswertung meinerseits in heimatlichen B&uuml;cherregal.<\/p>\n<p>Und diese Geschichte begann schon fr&uuml;h, wie nicht nur die eben genannte Bibliografie zeigt. Schon am Ende des 18. Jahrhunderts wurden beispielweise viele Publikationen zur sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hodegetik\">Hodegetik, als &quot;Lehre von der Anleitung zum Universit\u00e4tsstudium&quot;<\/a> publiziert, zu deren Geschichte ein Mitherausgeber einer auch heute noch publizierten Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten einen sch&ouml;nen Aufsatz geschrieben hat: Joachim Stary: <a href=\" http:\/\/userpage.fu-berlin.de\/~stary\/HSW%20Hodegetik.pdf\">Hodegetik oder &quot;Ein Mittel gegen das Elend der Studierunf&auml;higkeit&quot;. Eine historische Betrachtung.<\/a> (Das Hochschulwesen. 42, 1994, 4, S. 160\u2013164). Nicht zuletzt wird in Krajewskis Buch zum wissenschaftlichen Arbeiten &uuml;brigens auch Wilhelm Ostwald erw&auml;hnt, der <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?s=ostwald&#038;submit=Suchen\">Lesenden dieses Blog nicht unbekannt<\/a> sein d&uuml;rfte. Das erw&auml;hnte Buch ist &uuml;brigens &quot;Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens : eine praktische Anleitung&quot; (Norbert Franck und Joachim Stary (Hrsg.) 16., &uuml;berarb. Aufl. Paderborn: Sch&ouml;ningh, 2011). zu dem auch Krajewski ein Kapitel zu elektronischen Literaturverwaltungen beigesteuert hatte. <\/p>\n<p>Weiteres zum Thema <a href=\"https:\/\/delicious.com\/thapke\/Wissenschaftliches_Arbeiten\">Wissenschaftliches Arbeiten<\/a> und <a href=\"https:\/\/delicious.com\/thapke\/Wissenschaftliches_Schreiben\">Wissenschaftliches Schreiben<\/a>:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.studierenzweinull.de\/\">Studieren zwei null &#8211; Webportal zum wissenschaftlichen Arbeiten<\/a> (Angelehnt an das Buch &quot;Einf&uuml;hrung in das wissenschaftliche Arbeiten : inklusive E-Learning, Web-Recherche, digitale Pr&auml;sentation u.a. \/ von Werner Sesink. 9. Aufl. M&uuml;nchen : Oldenbourg, 2012.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tub.tu-harburg.de\/fachinformation\/wissenschaftliches-arbeiten\/\">Infoseite Wissenschaftliches Arbeiten der TUHH-Bibliothek<\/a> (Enthalten ist hier auch ein Semesterapparat zu einer Lehrveranstal\u00f6tung Wissenschaftliches Arbeiten, dessen Inhalt hoffentlich nicht &#8222;zwischen onkelhaft, gewissenhaft und eingebildet&#8220; rangiert, wie Markus Krajewski manche Einf&uuml;hrungen zum wissenschaftlichen Arbeiten beschreibt (S. 8).<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/wolfgang-ruge.name\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Wolfgang-Ruge-Wissenschaftliches-Arbeiten-FINAL-2013-03-13.pdf\">Folien einer Einf&uuml;hrung in das Wissenschaftliche Arbeiten von Wolfgang Ruge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.slideshare.net\/thapke\/life-cycle-24054141\">Entwurf f&uuml;r einen &quot;Advanced Organizer&quot; zu einer Lehrveranstaltung Wissenschaftliches Arbeiten (T. Hapke)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Markus Krajewski&#8217;s Buch &quot;Lesen Schreiben Denken : zur wissenschaftlichen Abschlussarbeit in 7 Schritten&quot; (Wien: B&ouml;hlau \/ UTB, 2013) war ich sehr gespannt. 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