{"id":2398,"date":"2015-01-06T16:20:54","date_gmt":"2015-01-06T15:20:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=2398"},"modified":"2015-03-24T14:29:08","modified_gmt":"2015-03-24T13:29:08","slug":"zum-wandel-des-publikationsbegriffs-in-der-post-digitalen-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/zum-wandel-des-publikationsbegriffs-in-der-post-digitalen-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Zum Wandel des Publikationsbegriffs in der post-digitalen Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<p>Vor mehreren Wochen fand in L&uuml;neburg an der Leuphana Universit&auml;t &quot;<a href=\"http:\/\/www.postdigitalscholar.org\/\">The Post-Digital Scholar Conference<\/a>&quot; statt. Veranstalter war das <a href=\"http:\/\/hybridpublishing.org\">Hybrid Publishing Lab<\/a> am dortigen <a href=\"http:\/\/cdc.leuphana.com\/\">Centre for Digital Cultures<\/a> (Die Gelegenheit, einem anregenden Workshop vom Hybrid Publishing Lab zum Thema Open Access zu besuchen, nutzte ich schon einmal <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/nachdenken-ueber-open-access\/\">vor einem Jahr<\/a>.). Vortragende aus Deutschland und der Welt diskutierten die Entwicklung des wissenschaftlichen Publizierens mit Schwerpunkt im Bereich der Kulturwissenschaften. Die Konferenz ist von den Veranstaltenden reich dokumentiert, mit einem <a href=\"http:\/\/cdc.leuphana.com\/news\/news\/blog-article\/konferenz-nachbericht-internationale-experten-diskutierten-zukunft-des-publizierens\/\">Nachbericht in deutscher Sprache<\/a>, Twitter-Reviews und Blog-Posts mit Berichten nach der Konferenz, aber auch mit Kurz-Interviews mit den Vortragenden vor der Konferenz. Im Januar sollen die Videos der Panels ins Netz gestellt werden.<\/p>\n<p>Hier folgen punktuelle Eindr&uuml;cke, Entdeckungen und sonstige pers&ouml;nliche Nachwirkungen von der Konferenz. Im beruflichen Alltag war der Besuch einer solchen Konferenz sicher eine Ausnahme, jedoch m&ouml;chte ich die vielf&auml;ltigen aus ihr entstandenen und langfristig wirkenden Anregungen und Gedankenhorizonte nicht missen. Trotz eines eigenen Panels zu Bibliotheken waren aus dem deutschen Bibliothekswesen nur sehr wenige vertreten. Alle anderen verpassten die M&ouml;glichkeit eine interessante und kritische Gemeinschaft von Forschenden und ihren Themen zur Weiterentwicklung digitaler Kulturwissenschaften kennenzulernen. <\/p>\n<p>Die Konferenz war eine gute Gelegenheit, internationale Wissenschaftler im Bereich kulturwissenschaftlichen Publizierens wie <a href=\"http:\/\/www.plannedobsolescence.net\/kathleen-fitzpatrick\/\">Kathleen Fitzpatrick<\/a>, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/berrydm\">David M. Berry<\/a>, <a href=\"http:\/\/networkcultures.org\/geert\/\">Geert Lovink<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.garyhall.info\/\">Gary Hall<\/a> zu h\u00f6ren oder neu zu entdecken. Das Nachdenken &uuml;ber die Entwicklung der wissenschaftlichen Kommunikation findet in den Geistes- und Kulturwissenschaftlen speziell im Rahmen des Themenfeldes &quot;<a href=\"http:\/\/www.dig-hum.de\/\">Digital Humanities<\/a>&quot; statt. Vergleichbare Spezialgebiete sind in den von der digitalen Entwicklung viel fr&uuml;her betroffenen Natur- und Technikwissenschaften die sich nennenden Bereiche &quot;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/E-Science\">e-Science<\/a>&quot; und &quot;<a href=\"http:\/\/www.leibniz-science20.de\/\">Science 2.0<\/a>&quot;, die aber beide wesentlich weniger kritisch wirken als manche der Vertretenden der Digital Humanities (zumindest auf dieser Konferenz!) erscheinen.<\/p>\n<p>Am Ende der nachstehenden Punkte folgen noch ein paar Gedanken zur Transformation des Publikationsbegriffes!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Zum Hintergrund des die Konferenz pr&auml;genden Begriffes: &quot;<a href=\"http:\/\/post-digital.projects.cavi.dk\/?p=599\">What is &#8218;Post-digital&#8216;?<\/a>&quot; (2013) &#8211; <a href=\"http:\/\/v2.nl\/archive\/people\/florian-cramer\">Florian Cramer<\/a>, Vortragender auf der Konferenz.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Ein <a href=\"http:\/\/hybridpublishing.org\/2014\/11\/what-is-a-post-digital-scholar\/\">Blog-Beitrag<\/a> einer Studierenden zur Konferenz endet mit dem Satz &quot;Digital s[c]holarship is like playing jazz.&quot;. Dies unterst&uuml;tzt zum Beispiel den Vortrag von Janneke Adema (Blog <a href=\"http:\/\/openreflections.wordpress.com\/\">Open Reflections<\/a>), der den Titel &quot;<a href=\"http:\/\/openreflections.wordpress.com\/2014\/11\/17\/embracing-messiness\/\">Embracing messiness<\/a>&quot; trug. Ihr &quot;radical open access&quot; stellt das bisherige System kommerziellen Publizierens in Frage. <del datetime=\"2015-01-12T08:50:27+00:00\">Sie macht bewusst, dass eigentlich beide Wege zum Open Access, die heutzutage haupts&auml;chlich beschritten werden, der goldene und der gr&uuml;ne Weg, die Entwicklung der kommerziellen Verlage f&ouml;rdern<\/del> [Janneke Adema hat mich hier dankenswerterweise auf eine Ungenauigkeit in der Formulierung hingewiesen. Richtig wird der Satz folgenderma&szlig;en: &quot;Sie macht bewusst, dass eigentlich beide Wege zum Open Access, die heutzutage beim goldenen bzw. beim gr&uuml;nen Weg haupts&auml;chlich beschritten werden, die Entwicklung der kommerziellen Verlage f&ouml;rdern.&quot; Diese beiden Wege  bzw. Modelle sind der goldene Weg der von den Autoren zu bezahlenden Publikationsgeb&uuml;hren und der gr&uuml;ne Weg &uuml;ber ein Embargo von 12 Monaten, nach dem die Artikel erst Open Access gestellt werden d&uuml;rfen, meist nicht als PDF im Verlags-Layout (&quot;the specific implementation of the gold APC model in Europe and the preference for a Green Route with a 12-month embargo in the US&quot;. T.H. 12.1.2015]: &quot;Both these models can be seen to favour existing stakeholders, including commercial publishers.&quot; Aus Verlagssicht kann man hier auch sagen, dass sich die Verlage laufend so anpassen, dass sie weiterhin auch mit Open Access verdienen.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Janneke Adema hat im Rahmen der in Entwicklung befindlichen &quot;<a href=\"http:\/\/cdc.leuphana.com\/publications\/critical-keywords-for-the-digital-humanities\/\">Critical Keywords for the Digital Humanities<\/a>&quot; des L&uuml;neburger Centers for Digital Culture den Text zu &quot;<a href=\"http:\/\/cdckeywords.leuphana.com\/open_access\/\">Open Access<\/a>&quot; beigesteuert. Hier finden sich auch kurze Charakterisierungen zu Begriffen wie &quot;<a href=\"http:\/\/cdckeywords.leuphana.com\/open\/\">Open<\/a>&quot; von Nathaniel Tkacz, &quot;<a href=\"http:\/\/cdckeywords.leuphana.com\/copyfight\/\">Copyfight<\/a>&quot; von Gary Hall u.a.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Die &quot;Open Humanities Press&quot;, die von Gary Hall mitbegr&uuml;ndet wurde, publiziert eine Vielzahl interessanter Produkte, z.B. sogenannte &quot;<a href=\"http:\/\/liquidbooks.pbworks.com\/w\/page\/11135951\/FrontPage\">liquid books<\/a>&quot; als Wikis mit &quot;&#8217;Frozen&#8216; PDF Versions&quot;:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.livingbooksaboutlife.org\/books\/Digitize_Me,_Visualize_Me,_Search_Me\">Digitize Me, Visualize Me, Search Me : Open Science and its Discontents<\/a> (edited by Gary Hall)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/liquidbooks.pbworks.com\/w\/page\/11135961\/New%20Cultural%20Studies%3A%20The%20Liquid%20Theory%20Reader\">New Cultural Studies: The Liquid Theory Reader<\/a> <\/li>\n<\/ul>\n<p>&Uuml;brigens, auch das mit einem Book-Sprint erarbeitete <a href=\"https:\/\/osl.tib.eu\/w\/Handbuch_CoScience\">Handbuch CoScience<\/a> des Open Science Lab der TIB Hannover steht als Wiki und in PDF-Form zur Verf&uuml;gung.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>F&uuml;r Geert Lovink bedeutet &quot;post digital&quot; eher &quot;mega digital&quot; oder &quot;super digital&quot;, da die Zeiten des Gedruckten und Analogen so wie in der Vergangenheit nicht wiederkommen werden. F\u00fcr ihn liegt Multimedia als umfassender Trend immer noch vor uns. Schaut man auf die physischen R&auml;ume und die Individuen, die im Digitalen Lernen, Forschen und Arbeiten, kommen die Transformation und die Zukunft von Bibliotheken, Buchhandlungen und Klassenr&auml;umen in den Blick. Der dritte wichtige Punkt ist f&uuml;r Lovink das Soziale, das im Digitalen weiterhin an Bedeutung gewinnt.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Lovinks <a href=\"http:\/\/networkcultures.org\/\">Institute of Network Cultures<\/a> gibt eine Vielzahl frei zugreifbarer B&uuml;cher heraus. Ein Beispiel ist &quot;<a href=\"http:\/\/networkcultures.org\/blog\/publication\/society-of-the-query-reader-reflections-on-web-search\/\">Society of the Query Reader: Reflections on Web Search<\/a>&quot; (Eds. Ren\u00e9 K&ouml;nig and Miriam Rasch, Amsterdam, 2014), das interessante Kapitel wie &quot;Why We Need an Independent Index of the Web&quot; (Dirk Lewandowski), &quot;Before Google: A Pre-History of Search Engines in Analogue Times&quot; (Anton Tantner) oder &quot;Educating for Search: Understanding the Past and Present Search<br \/>\nTechnology to Teach for Future Resilience&quot; (Dave Crusoe) enth&auml;lt.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Ein weiterer Titel vom Institute of Network Cultures mit Beitr&auml;gen von Teilnehmenden der Post-Digital-Scholar-Konferenz: Geert Lovink and Miriam Rasch, eds. <a href=\"http:\/\/networkcultures.org\/unlikeus\/past-events\/3-amsterdam\/reader\/\">Unlike Us Reader: Social Media Monopolies and Their Alternatives<\/a>. Amsterdam: Institute of Network Cultures, 2013. (z.B. Mercedes Bunz mit &quot;As You Like It: Critique in the Era of an Affirmative Discourse&quot; oder David M. Berry mit &quot;Against remediation&quot;)<br \/>&nbsp; <\/li>\n<li>Einer der erfolgreichsten Titel des Open-Access-Publishers <a href=\"http:\/\/en.aup.nl\/\">Amsterdam University Press<\/a> stammt von Mirko Tobis Sch&auml;fer und hat den Titel &quot;<a href=\"http:\/\/en.aup.nl\/books\/9789089642561-bastard-culture.html\">Bastard Culture! How User Participation Transforms Cultural Production<\/a>&quot; (2011). Dert Titel &quot;<a href=\"http:\/\/en.aup.nl\/books\/9789089642011-players-unleashed.html\">Players Unleashed : Modding The Sims and the Culture of Gaming<\/a>&quot; von Tanja Sihvonen (2011) ist ein XML-Projekt des Verlages. Auch der Titel &quot;<a href=\"http:\/\/en.aup.nl\/books\/9789089643858-sharing.html\">Sharing : Culture and the Economy in the Internet Age<\/a>&quot; von Philippe Aigrain passt zum Programm des Verlages und zu dieser Tagung.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Ein weiterer Open-Access-Verlag, der mir im Zuge der Nachbereitung zur Konferenz aufgefallen ist, nennt sich re.press und ist in Australien beheimatet, siehe z.B. die folgenden zwei  Titel aus dem Bereich Philosophie: &quot;<a href=\"http:\/\/re-press.org\/books\/prince-of-networks-bruno-latour-and-metaphysics\/\">Prince of Networks: Bruno Latour and Metaphysics<\/a>&quot; von Graham Harman und &quot;<a href=\"http:\/\/re-press.org\/books\/what-is-philosophy-embodiment-signification-ideality\/\">What is Philosophy?: Embodiment, Signification, Ideality<\/a>&quot; von Jere O\u2019Neill Surber.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Eine paar sch&ouml;ne Zitate zum Format PDF: &quot;PDF ist not print, but not not print&quot; (Kathleen Fitzpatrick). With pdf &quot;all are in front of the same visuality, not of the material.&quot; (Mercedes Bunz). PDF als Format ausschlaggebend, ist &quot;the question of control, for authors, for publishers, for the text&quot; (David. M. Berry).<br \/>\nDazu passt ein Interview unter der &Uuml;berschrift &quot;<a href=\"http:\/\/blogs.loc.gov\/digitalpreservation\/2014\/06\/the-pdfs-place-in-a-history-of-paper-knowledge-an-interview-with-lisa-gitelman\/\">The PDF\u2019s Place in a History of Paper Knowledge<\/a>&quot; der Medienhistorikerin Lisa Geitelman, die 2014 das sch&ouml;ne Buch &quot;Paper knowledge&quot; ver&ouml;ffentlicht hat.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Beim Panel &quot;Let us in! The central role of the library&quot; vertraten Corinna Haas, Lambert Heller und Thomas St&auml;cker die Bibliotheken. Corinna Haas machte u.a. deutlich, dass in der momentanen Realit&auml;t gerade f&uuml;r kleinere Bibliotheken auf viele digitale Quellen oft kein Zugriff besteht. Lambert betonte, dass der Fokus auf eigene Best&auml;nde heutztage nicht ausreiche, sondern dass Bibliotheken z.B. durch Unterst&uuml;tzung beim Publizieren auf die Nutzenden zugehen muss, die nicht auf Bibliotheksangebote warten, sondern das nutzen, was verf&uuml;gbar ist, egal wo. F&uuml;r Thomas St&auml;cker sind die wichtigsten Anforderungen an Bibliotheken der Wunsch nach Langzeitverf&uuml;gbarkeit und das Angebot von Ordnung bzw. Strukturierung, was f&uuml;r ihn zur Forderung f&uuml;hrte: &quot;Hack your collection! Digitize everything, OCR it, XML-tag it&quot;. F\u00fcr den vierten auf dem Podium, dem D&auml;nen Soeren Pold, ist es die Pflicht von Wissenschaftlern, die Bibliotheken bei ihrem wichtigen Transformationsprozess zu begleiten.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Originell fand ich auch den Beitrag des in Kanada lehrenden <a href=\"http:\/\/misterwarwick.wordpress.com\/\">Henry Warwick<\/a>, der seine Praxis der Offline Library vorstellte und in seinem kleinen Buch &quot;<a href=\"http:\/\/networkcultures.org\/blog\/publication\/no-07-radical-tactics-of-the-offline-library-henry-warwick\/\">Radical Tactics of the Offline Library<\/a>&quot; (Network Notebooks 07, Institute of Network Cultures, Amsterdam, 2014 &#8211; Open access!) auch Bibliotheksgeschichte Revue passieren lie&szlig;: War die Bibliothek im Mittelalter noch so etwas wie ein Copy Center, wandelte sie sich mit dem aufkommenden Urheberrecht zu einer Art von Warenhaus. Heutzutage ist f&uuml;r Warwick mit g&auml;ngigen USB-Festplatten eine Personal Portable Library m&ouml;glich.<br \/>&nbsp;<\/li>\n<li>Die letzte Session, an der ich teilnehmen konnte, befasste sich mit dem Thema &quot;Books as data&quot;. Dabei tauchten zwei Vortragende sogar in die Geschichte des Informationswesens ein:\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/rieder.polsys.net\/\">Bernhard Rieder<\/a> zitierte Calvin Mooers mit &quot;that almost everything that the librarians hold dear in classification is absolutely wrong for information retrieval&quot; (Mooers, C. (March 1950). &#8222;<a href=\"http:\/\/catalog.hathitrust.org\/Record\/001691818\">The theory of digital handling of non-numerical information and its implications to machine economics<\/a>&#8222;. Zator Technical Bulletin Number 48. Boston, Zator Co., 1950.), eine Aussage, die aus Bibliothekssicht sicher diskussionsw&uuml;rdig ist. \ud83d\ude0e Mooers spielte auch eine Rolle in der Geschichte der Chemie-Information, wie <a href=\"http:\/\/www.dalkescientific.com\/writings\/diary\/archive\/2014\/06\/19\/Calvin_Mooers.html\">Andrew Dalke auf seiner pers&ouml;nlichen Website<\/a> zeigt.<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ucl.ac.uk\/dis\/people\/juliannenyhan\">Juliane Nyham<\/a> erw&auml;hnte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Roberto_Busa\">Roberto Busa<\/a> (dazu siehe auch Beitr&auml;ge im <a href=\"http:\/\/archelogos.hypotheses.org\/author\/archelogos\">Blog von Nyham<\/a>!), der sich als einer der ersten Geisteswissenschaftler Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit ersten Computeranwendungen (Lochkarten!) besch&auml;ftigte. Er stand dabei damals auch im Kontakt mit dem deutschen Pionier des Informationswesenns Erich Pietsch. Im Rahmen meiner Arbeiten zu Pietsch (<a href=\"http:\/\/www.asis.org\/History\/27-hapke.pdf\">engl.<\/a>, <a href=\"http:\/\/doku.b.tu-harburg.de\/volltexte\/2008\/366\/\">deutsch<\/a>) ist mir dieser Name das erste Mal aufgefallen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/li>\n<li>Wichtige Zitate der Konferenz: &quot;The truth is, everything is really complicated, instead of easy interfaces.&quot; (war wohl Lambert Heller). &quot;The triangle of researchers, IT people and librarians, they should complement each other.&quot; (Thomas St&auml;cker via <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Lambo\/status\/532548107444420608\">Lambo<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt kann man sich fragen, was Publizieren heutzutage bedeutet. F&uuml;r Thomas St&auml;cker ist dies &quot;strukturiertes Schreiben (structural writing)&quot;. &quot;There is a reason why publishing makes a difference.&quot; so Mercedes Bunz. Was bleibt vom Buch als Form, oder ist der Terminus &quot;Buch&quot; in Zukunft nur ein Synonym f&uuml;r eine umfangreichere Abhandlung von strukturiertem Inhalt, wie Kathleen Fitzpatrick in ihrem Vortrag fragte.<\/p>\n<p>Schaut man auf die eigentliche Bedeutung des Wortes &quot;Publizieren&quot;, heisst dies &quot;&Ouml;ffentlich machen&quot;, also offen zug&auml;nglich machen, Open Access anbieten. Damit w&auml;re eine &quot;kommerzielle&quot; Publikation, bei der das Produkt verkauft wird und damit immer nur einer eingeschr&auml;nkten &Ouml;ffentlichkeit zur Verf&uuml;gung steht, eigentlich gar keine &quot;wirkliche&quot; Ver&ouml;ffentlichung 8-).<br \/>\nPublizieren impliziert aber immer auch noch eine Form eines gewissen Qualit&auml;tsniveaus, einerseits hinsichtlich Inhalt, verst&auml;rkt aber immer mehr auch hinsichtlich der technischen Art und Weise des Publizierens (DOI-Nutzung, OpenURL-F&auml;higkeit usw.). Nicht umsonst haben solche Qualit&auml;tskriterien z.B. das Directory of Open Access Journals f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/doaj.org\/faq#standards\">Aufnahme eines Journals in sein Directory<\/a> vorgesehen. Ganz besonders wichtig werden diese technischen Aspekte, wenn es um das Wiederauffinden von Dokumenten in Zeiten des &quot;information overload&quot; geht.<\/p>\n<p>Vielleicht sollte man neue Begriffe erfinden und in Zukunft nur das Publikation nennen, was mit einem gewissen Qualit&auml;tsniveau Open access verf&uuml;gbar ist, also im rechten oberen Quadranten des Koordinatensystems (siehe Abbildung unten) erscheint. Aber wie nennt man dann die Produkte aus den anderen drei Quadranten?<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt des insbesondere wissenschaftlichen Publizierens ist die Frage nach dem &quot;Betriebssystem&quot; (Lambert!) f&uuml;r Wissenschaft, Forschung und Lehre (wenn man bei Letzterer hier z.B. an die sich hoffentlich immer mehr verbreitenden &quot;Open Educational Resources&quot; denkt). Kann man diese Infrastruktur privaten Plattformen &uuml;berlassen oder sollte man nicht im Jahr 2 nach Edward Snowden &uuml;ber &ouml;ffentlich finanzierte Modelle als Not-for-Profit-Alternativen nachdenken, zumal viele Teile des bisherigen Betriebssystems wie Bibliotheken ebenso finanziert sind?! <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/views.hapke.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Grafik-Publizieren.jpg\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/views.hapke.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Grafik-Publizieren-300x225.jpg\" alt=\"Grafik-Publizieren\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-129\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor mehreren Wochen fand in L&uuml;neburg an der Leuphana Universit&auml;t &quot;The Post-Digital Scholar Conference&quot; statt. Veranstalter war das Hybrid Publishing Lab am dortigen Centre for Digital Cultures (Die Gelegenheit, einem anregenden Workshop vom Hybrid Publishing Lab zum Thema Open Access &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/zum-wandel-des-publikationsbegriffs-in-der-post-digitalen-wissenschaft\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,5,3,9,12,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2398"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2398"}],"version-history":[{"count":46,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2398\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2531,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2398\/revisions\/2531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hapke.de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}