{"id":279,"date":"2009-11-05T17:00:22","date_gmt":"2009-11-05T16:00:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=279"},"modified":"2009-12-04T14:04:42","modified_gmt":"2009-12-04T13:04:42","slug":"e-books-und-die-bibliothek-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/libraries-in-general\/e-books-und-die-bibliothek-der-zukunft\/","title":{"rendered":"E-Books und die Bibliothek der Zukunft &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; war das Thema eines <a href=\"http:\/\/www.tub.tu-harburg.de\/blog\/2009\/10\/22\/kolloquium-zu-e-books\/\">Kolloquiums der Universit&auml;tsbibliothek der TUHH am Mittwoch, den 4.11.2009, anl&auml;&szlig;lich ihres 30-j&auml;hrigens Bestehens<\/a>. Hier der Text meines Schlusswortes:<\/p>\n<p>Ein Nachdenken \u00fcber medialen Wandel, &uuml;ber B&uuml;cher und Bibliotheken f&uuml;hrt in der Regel zu drei Reaktionen: Utopie, Pragmatismus und Nostalgismus (Dirk Werle: Pragmatismus und Nostalgie. Das Reden &uuml;ber &#8218;die Bibliothek&#8216; als Effekt des Medienwandels. In: Zeitschrift f&uuml;r Literaturwissenschaft und Linguistik 39 (2009) 154, S. 77-97). Als Organisation Bibliothek m&uuml;ssen wir die Herausforderungen der Zukunft annehmen, m&ouml;glichst ohne Vergangenes zu entwerten!<\/p>\n<p>Vor einem Bild aus eher pragmatischer Sicht biete ich allerdings eine nostalgische Utopie, eine Vision aus dem Jahre 1899, die das Lernen im Jahre 2000 beschreibt: Ein Lehrer (!?) f&uuml;ttert auf der rechten Seite eine Art &quot;Buchverarbeitungsmaschine&quot;, die mit einer Kurbel von einem Mitsch&uuml;ler angetrieben wird und deren Inhalt &uuml;ber elektrische Leitungen mit Kopfh&ouml;rern an den K&ouml;pfen der Sch&uuml;ler verbunden ist, die links ganz klassisch auf ihren Schulb&auml;nken sitzen (Jean Marc Cot\u00e9 (1899), in: Isaac Asimov. Futuredays : a nineteenth-century vision of the year 2000. New York: Holt, 1986. S. 66).<\/p>\n<p>Eine Frage wurde auf dem Kolloquium kaum angesprochen: Die Frage, inwieweit die Form oder das Medium auch den Inhalt beeinflusst oder bedingt (vgl. auch Marshall McLuhan&#8217;s Diktum &#8222;The medium is the message&#8220;), kann gerade auch bei digitalen Informationsmitteln wieder neu gestellt und diskutiert werden (z. B. das Stichwort Fragmentierung von Texten bzw. Wissen!).<\/p>\n<p>Insgesamt gilt: Bisher hat fast jeder Medienwandel die Vielfalt der M&ouml;glichkeiten erh&ouml;ht. Es gilt nicht &quot;Entweder-oder&quot; sondern &quot;Sowohl-als-auch&quot;.<\/p>\n<p>F&uuml;r das Nachdenken &uuml;ber das System wissenschaftlicher Kommunikation, f&uuml;r das Nachdenken &uuml;ber Dienstleistungen f\u00fcr die pers&ouml;nlichen Informationsumgebungen unserer Kunden und Nutzenden finde ich immer die Metapher der Landschaft oder des &Ouml;kosystems hilfreich. Zwei B&uuml;cher unterstreichen das Bild, das ich meine und das ich zum Abschluss kurz skizzieren m&ouml;chte:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/books.google.com\/books?id=6d1VwyZhQRQC&#038;printsec=frontcover&#038;source=gbs_v2_summary_r&#038;cad=0#v=onepage&#038;q=&#038;f=false\">Information ecologies : using technology with heart. Bonnie A. Nardi and Vicki L. O&#8217;Day. 2. print. Cambridge, Mass.: MIT Press, 1999.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/technologyforcommunities.com\">Digital habitats : stewarding technology for communities. Etienne Wenger, Nancy White and John D. Smith. Portland, OR: Cpsquare, 2009<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine &ouml;kologische Betrachtung von Informationssystemen \u2013 also auch von Bibliotheken &#8211; ist gekennzeichnet durch die Betonung von Vielfalt und Verschiedenheit, von mannigfachen Abh&auml;ngigkeiten und Zusammenh&auml;ngen, vom Gegensatz zwischen lokal und global (vgl. das Motto &quot;Denke global, handle lokal&quot;!) sowie von kontinuierlicher Weiterentwicklung.<\/p>\n<p>Ein besonderes Kennzeichen funktionierender &Ouml;kosysteme ist aber auch die Existenz von \u201eKeystone Species\u201c, <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Schl%C3%BCsselart&#038;oldid=64871703\">Schl&uuml;sselarten<\/a>. Dies sind Lebewesen, die im Vergleich zu ihrer geringen H&auml;ufigkeit einen unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;\u00dfig gro&szlig;en Einfluss auf die Artenvielfalt einer &ouml;kologischen Gemeinschaft haben. F&auml;llt diese Art aus, setzt sich infolge der verst&auml;rkten Konkurrenz oft eine Art durch und verdr&auml;ngt schw&auml;chere Arten. F&uuml;r mich sind Bibliotheken eine solche &quot;Keystone species&quot; im System wissenschaftlicher Kommunikation.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;nsche mir, dass unser Lebensraum TUHH-Bibliothek zu diesen Schl&uuml;sselarten geh&ouml;ren wird, die Bibliothek in Zukunft nicht in einer &ouml;kologischen Nische landet und dass wir die M&ouml;glichkeit behalten, mit der rasanten Entwicklung mitzugehen und uns kontinuierlich zu erneuern.<\/p>\n<p>Zugef&uuml;gt am 10.11.2009:<\/p>\n<p>JPGs von zwei Folien:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/83451686@N00\/4091628083\/\">&Ouml;kosysteme der Information<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/83451686@N00\/4092392000\/\">Lebensraum TUHH-Bibliothek<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; war das Thema eines Kolloquiums der Universit&auml;tsbibliothek der TUHH am Mittwoch, den 4.11.2009, anl&auml;&szlig;lich ihres 30-j&auml;hrigens Bestehens. 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