{"id":3175,"date":"2019-12-02T08:44:46","date_gmt":"2019-12-02T07:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=3175"},"modified":"2019-12-02T11:00:09","modified_gmt":"2019-12-02T10:00:09","slug":"warum-ist-wissenschaftskommunikation-fuer-informationskompetenz-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/warum-ist-wissenschaftskommunikation-fuer-informationskompetenz-wichtig\/","title":{"rendered":"Warum ist Wissenschaftskommunikation f\u00fcr Informationskompetenz wichtig?"},"content":{"rendered":"<p>Was hat das Thema <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wissenschaftskommunikation\">Wissenschaftskommunikation<\/a> mit Informationskompetenz zu tun? Was hat Wissenschaftskommunikation mit Hochschulbildung zu tun? Warum ist Informationskompetenz f\u00fcr die Wissenschaftskommunikation wichtig und umgekehrt, warum ist die Wissenschaftskommunikation f\u00fcr Informationskompetenz wichtig?<\/p>\n<p>Einige Texte der letzten Wochen geh\u00f6ren f\u00fcr mich zu m\u00f6glichen Antworten auf meine obigen Fragen.<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftskommunikation hochpolitisch<\/strong><\/p>\n<p>Die Herausforderungen des Klimawandels, die Friday-for-Future-Bewegung sowie Diskussionen um &#8222;Fake-News&#8220; machen es immer notwendiger, Wissenschaft(en) f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglicher zu machen. Aber was heisst dies genau?<\/p>\n<p>Vor kurzem wurde nun ein <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/wissenschaftskommunikation-216.html\">Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung zur Wissenschaftskommunikation<\/a> publiziert, in dem es heisst: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Es ist f\u00fcr unsere Gesellschaft von gro\u00dfer Bedeutung, dass es gelingt, sich zu zentralen Zukunftsthemen auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten zu verst\u00e4ndigen. Transparente Kommunikation \u00fcber Wissenschaft, ihre Arbeitsweisen und Haltungen ist hierf\u00fcr eine wichtige Voraussetzung. Sie beginnt nicht erst in den Forschungseinrichtungen und Hochschulen, sondern schon von fr\u00fcher Kindheit an. Denn eine wissenschaftsm\u00fcndige Gesellschaft setzt ein Grundverst\u00e4ndnis von wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnisprozessen sowie eine F\u00e4higkeit zum kritischen Denken voraus. Alle Teile der Gesellschaft sind angesprochen.<\/p>\n<p>Es gilt, Wissenschaftskommunikation in Zukunft st\u00e4rker entlang der gesamten Bildungskette zu denken \u2013 von der Kita bis zur Hochschule und dar\u00fcber hinaus.&#8220; (S. 4)<\/p><\/blockquote>\n<p>Was hier f\u00fcr mich fehlt, ist zu erw\u00e4hnen, dass es nicht &#8222;die&#8220; Wissenschaft gibt sondern ganz unterschiedliche Wissenschaften. Zu einem &#8222;Grundverst\u00e4ndnis&#8220; von Wissenschaft geh\u00f6rt eine <a href=\"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/reflexion-ueber-wissenschaftlichkeit-und-epistemische-kompetenz\/\">Reflexion \u00fcber Wissenschaftlichkeit<\/a>, also eine kritische Wissenschaftskompetenz, wie sie auch im Rahmen der Wissenschaftskommunikation etwa von Susanna Priest (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177%2F0270467614529707\">Critical Science Literacy: What Citizens and Journalists Need to Know to Make Sense of Science<\/a>, in: Bulletin of Science, Technology and Society 33, 5-6 (2013), S. 138-145) schon beschrieben wurde (vgl. auch Punkt 4 <a href=\"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/positionspapiere-zum-aktuellen-stand-zur-informationskompetenz\/\">meines k\u00fcrzlichen Positionspapiers zum Stand von Informationskompetenz<\/a>).<\/p>\n<p>Im Grundsatzpapier heisst es weiter<\/p>\n<blockquote><p>\n&#8222;Wissenschaftskommunikation zeigt auf, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung, die Innovationsf\u00e4higkeit und die Lebensqualit\u00e4t unserer Gesellschaft leisten. Sie st\u00e4rkt die Verankerung von Wissenschaft in der Gesellschaft, die Wissenschaftsm\u00fcndigkeit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und die Demokratief\u00e4higkeit der Gesellschaft insgesamt.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nWissenschaftskommunikation findet in der, aus der und \u00fcber Wissenschaft statt. Die mit diesem Grundsatzpapier von Seiten des BMBF adressierte Wissenschaftskommunikation meint vor allem die allgemeinverst\u00e4ndliche, dialogorientierte Kommunikation und Vermittlung von Forschung und wissenschaftlichen Inhalten an Zielgruppen au\u00dferhalb der Wissenschaft.&#8220; (S. 2)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur Bildung \u00fcber Wissenschaft geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch der Umgang von Politik mit &#8222;der&#8220; Wissenschaft. Hierbei ist Kommunikation eigentlich keine Einbahnstra\u00dfe. Die Wissenschaftsministerin forderte in einem Artikel in der Zeit (Nr. 47 vom 14. Novmber 2019) sogar noch <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/47\/wissenschaft-kommunikation-wissenschaftler-dialog-forschung-demokratie\">&#8222;Wissenschaftler, redet mit uns&#8220;<\/a>. Schade nur, dass Wisschaft Treibende manchmal nur dann geh\u00f6rt werden, wenn es politisch passend zu sein scheint. &#8222;Es wurde alles gesagt. Handeln!&#8220; hie\u00df es n\u00e4mlich bei den Protesten der <a href=\"https:\/\/www.scientists4future.org\/\">&#8222;Scientists for Future&#8220;<\/a>, die sehr wohl Wissenschaftskommunikation in bestem Sinne betreiben, sich aber zu Recht von den politisch Verantwortlichen zu wenig wahrgenommen f\u00fchlen (Vgl. auch den Artikel zum <a href=\"https:\/\/taz.de\/BMBF-und-Wissenschaftskommunikation\/!5640262\/\">Papier des BMBF in der Taz vom 22. November 2019<\/a>, S. 18).<\/p>\n<p>In einem <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2019\/48\/politische-wissenschaftler-forschung-oeffentlichkeit\/komplettansicht\">Artikel der Wochenzeitung &#8222;Die Zeit&#8220; zum BMBF-Papier zur Wissenschaftskommunikation und zum Protest der Scientists for Future<\/a> (Die Zeit, Nr. 48 vom 21. November 2019, S. 39) wird auch auf eine gute <a href=\"http:\/\/www.bundespraesident.de\/SharedDocs\/Reden\/DE\/Frank-Walter-Steinmeier\/Reden\/2019\/11\/191118-Hochschulrektorenkonferenz-HH.html\">Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier am 18. November 2019<\/a> zur Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz hingewiesen. Ausgehend von Umberto Ecos &#8222;Der Name der Rose&#8220; geht es um Meinungsfreiheit uund Streitkultur mit dem Blick auf Universit\u00e4ten und damit auch um Wissenschaftskommunikation.<\/p>\n<p><strong>Hochschullehre im digitalen Zeitalter<\/strong><\/p>\n<p>Beim <a href=\"https:\/\/hochschulforumdigitalisierung.de\/\">Hochschulform Digitalisierung<\/a> erschien im Oktober 2019 das Arbeitspapier 50 mit dem Titel <a href=\"https:\/\/hochschulforumdigitalisierung.de\/sites\/default\/files\/dateien\/HFD_AP_Nr50_Hochschullehre_im_digitalen_Zeitalter_web.pdf\">&#8222;Was bedeutet Hochschullehre im digitalen Zeitalter? Eine Betrachtung des Bildungsbegriffs vor den Herausforderungen der Digitalisierung&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Mit besonderem Blick auf die Lehre ist dieser Text angesichts der vielen Texte zur Digitalisierung an Hochschulen f\u00fcr mich von besonderem Interesse. Vielleicht liegt das auch daran, dass bei der AG des Hochschulforums Digitalisierung, die diesen Text zu verantworten hat, neben einem Informationsphilosophen auch ein Bibliothekar, ein Leiter einer UB, mit dabei waren. Im Text zitiert ist der separat ver\u00f6ffentlichte Text von Rafael Capurro zur AG mit dem Titel <a href=\"http:\/\/capurro.de\/bildung.html\">&#8222;Hochschulbildung im digitalen Zeitalter&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p>Es geht in dem Papier des Hochschulforums also mehr um Bildung als um Kompetenzen, und das ist gut so. Neben (Fach-)Wissenschaft und Arbeitsmarktvorbereitung wird im Text des Hochschulforums besonders die Bedeutung der Pers\u00f6nlichkeitsbildung im Rahmen der Hochschulbildung hervorgehoben, wobei &#8222;digital literacy&#8220; &#8211; umfassend als digitale Bildung gedacht &#8211; beim Umgang mit Wissen hervorgehoben wird. Sicher alles nichts Neues, aber f\u00fcr mich selten an einer Stelle so zusammengefasst.<\/p>\n<p>Es geht bei der Wissenschaftsbildung wie bei der Wissenschaftskommunikation nicht nur um fachliche Inhalte. Zu solchem &#8222;(spezifischem Wissen) geh\u00f6rt [&#8230;] auch die Reflexion von theoretischen und methodischen Fachvoraussetzungen (prozessuales Wissen)&#8220; (S. 10 des Papiers). Es geht um Bildung \u00fcber Wissenschaft(en) sowohl bei der &#8222;fachlichen Sozialisation&#8220; an Hochschulen als auch bei jeglicher Sozialisation in der heutigen Welt. Eigentlich umfasst der &#8222;pers\u00f6nlichkeitsbildende Auftrag&#8220; nicht nur der Hochschulen &#8222;die Bef\u00e4higung zum gesellschaftlichen Engagement, zu &#8218;verantwortlichem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat&#8216; [&#8230;]&#8220; (S. 10, das letzte Zitat im Zitat stammt aus dem Hochschulrahmengesetz von 1976!), egal in welcher Form von Lernumgebung man gerade steckt.<\/p>\n<p>Sodann heisst es auf S. 11 bzgl. der Notwendigkeit &#8222;\u00fcberfachlicher Kompetenzen&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p>Zu denken ist hier beispielsweise an die F\u00e4higkeiten, komplexe Zusammenh\u00e4nge verstehen, darlegen und hinterfragen zu k\u00f6nnen, Recherchen anzufertigen sowie Fragestellungen und Hypothesen zu formulieren. Ferner seien Zeit- und Projektmanagement, sowie Reflexionsf\u00e4higkeit, aber auch Durchhalteverm\u00f6gen und Frustrationstoleranz genannt. Implizites Ziel[&#8230;] beim Ein\u00fcben wissenschaftlicher Arbeits- und Denkweisen ist es, Studierende, &#8218;in Situationen der Ungewissheit, konkurrierender Deutungen und Normenkonflikte, zugleich aber auch des Zeitdrucks und Handlungszwangs&#8216; handlungsf\u00e4hig zu machen.16 Dabei sollen sie diese Fertigkeiten als Absolventinnen und Absolventen sowohl im wissenschaftlichen Bereich anwenden sowie auch auf au\u00dferwissenschaftliche Felder einer sich wandelnden Arbeitswelt, deren zuk\u00fcnftige berufliche Anforderungen allenfalls bedingt vorhersehbar sind, \u00fcbertragen k\u00f6nnen.(Fussnote 16 zitiert: Pasternack, Peer, <a href=\"http:\/\/www.peer-pasternack.de\/texte\/Zukunftsthemen_HSW%205_2009.pdf\">Zukunftsthemen der Hochschulforschung \u2013 Einige prognostische Blicke<\/a>, in: Das Hochschulwesen 57\/5 (2009), S. 168-74)<\/p><\/blockquote>\n<p>All das sind Aussagen, die nicht nur auf Hochschulbildung zutreffen, auch Wissenschaftskommunikation sollte deutlich machen, dass Wissenschaft auch mit Ungewissheit, Konkurrenz und anderen Zw\u00e4ngen zu tun hat. Und auch diese Aussagen zum &#8222;Orientierungswissen&#8220; gehen weit \u00fcber Hochschulbildung und Wissenschaftskommunikation hinaus:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;[D]em Erwerb von Orientierungswissen im Bildungsprozess [muss] ein hoher Stellenwert zuerkannt und entsprechend ausreichend Raum gegeben [werden]. Orientierungswissen bedeutet f\u00fcr uns die Realisierung von Handlungsma\u00dfst\u00e4ben, die zu Handlungsmaximen f\u00fchren und so erst verantwortbare Entscheidungen erm\u00f6glichen. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung und im Bereich von Hochschulbildung ist der Erwerb von Orientierungswissen wichtig: Blo\u00dfes Verf\u00fcgungswissen schafft hinsichtlich der Digitalisierung haupts\u00e4chlich instrumentelle Nutzungskompetenz. Das verst\u00e4rkt einen grunds\u00e4tzlichen Mangel, der Studierenden bewusst werden sollte: &#8218;Wir sp\u00fcren, dass selbst, wenn alle m\u00f6glichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht ber\u00fchrt sind.&#8216; (Ludwig Wittgenstein)&#8220; (S. 30)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das letzte Zitat von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwig_Wittgenstein\">Wittgenstein<\/a> taucht hier \u00fcbrigens ohne eine Literaturangabe auf. Es stammt aus dem &#8222;Tractatus logico-philosophicus&#8220; (Abschn. 6.5.2, Werkausgabe, Bd. 1, Suhrkamp 1984, S. 85) und es geht eigentlich noch weiter. Der Rest des Abschnittes 6.5.2. bei Wittgenstein lautet n\u00e4mlich: &#8222;Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.&#8220; \ud83d\ude0e Wittgensteins Zitat beschreibt f\u00fcr mich in seiner Vollst\u00e4ndigkeit genau die heutige Situation bei der Herausforderung des Klimawandels. Wissenschaft(en) kann bzw. k\u00f6nnen eben nicht alle Herausforderungen der Lebenswelt l\u00f6sen bzw. beantworten. Was <a href=\"https:\/\/intranet.tuhh.de\/aktuell\/pressemitteilung_einzeln.php?id=12089&#038;Lang=de\">&#8222;technisch m\u00f6glich ist&#8220;<\/a>, hat immer auch eine gesellschaftliche und soziale Komponente, die ber\u00fccksichtigt werden muss, was manchmal &#8211; auch von Hochschulen &#8211; vergessen wird.<\/p>\n<p>Noch ein wichtiger Aspekt wird im Arbeitspapier kritisch angesprochen: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Sie betrifft die Abh\u00e4ngigkeit der Hochschule und damit ihrer Forschung und Lehre von externen Soft- und Hardware-Architekturen. Hochschulische Forschung und Lehre ist bereits vielfach auf die vorgefertigten L\u00f6sungen gro\u00dfer Anbieter angewiesen und liefert sich bzw. die eigenen User ggf. den Verwertungsinteressen der externen Digitalkonzerne aus. Selbst die Entwicklungen in den einschl\u00e4gigen Fachdisziplinen setzen wom\u00f6glich auf Quellcodes und Architekturen auf, die als &#8218;Black-Box&#8216; in Kauf genommen werden m\u00fcssen. Es gilt diese Entwicklung sorgf\u00e4ltig zu bedenken: aus wissenschaftlichen und aus politischen Gru?nden \u2013 eben und gerade wegen der davon betroffenen Autonomie.&#8220; (S. 21)<\/p><\/blockquote>\n<p>An anderer Stelle heisst es <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Erlernen von wissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen muss daher so angelegt sein, dass es die kontrollierte instrumentelle Nutzung von digitaler Technologie unter den eigenen Pr\u00e4missen erlaubt. Das hei\u00dft, es muss verhindert werden, dass die wissenschaftlichen Pr\u00e4missen durch die Strukturen und Prozesse spezifischer digitaler Konzernkulturen schleichend ersetzt werden. Die Notwendigkeit eines kritischen Umgangs mit Algorithmen, ein spezifisches Algorithmenverst\u00e4ndnis als Teil von Quellenkritik im digitalen Zeitalter, wird hier dringend offenbar.&#8220; (S. 18)<\/p>\n<p>&#8222;Die zunehmende Komplexit\u00e4t und Intransparenz von eingesetzter Hard- und Software, der unterschiedliche Einsatz mathematischer Modelle und darauf basierender Simulationen unterminiere zudem ein weiteres wesentliches wissenschaftliches Prinzip, n\u00e4mlich das der transsubjektiven \u00dcberpr\u00fcfbarkeit.&#8220; (S. 19, die Fu\u00dfnote nach diesem Satz nennt: Wehr, Marco, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debaatten\/die-digital-debatte\/wie-die-wissenschaft-das-nachdenken-verlernt-14059183.html\">Wie die Wissenschaft das Nachdenken verlernt<\/a>, in: FAZ v. 9. Feb. 2016)<\/p><\/blockquote>\n<p>All das sind Herausforderungen, die sich immer mehr auch f\u00fcr den bewussten Umgang mit der Digitalisierung im Alltag stellen.<\/p>\n<p>Als Ausweg wird im Arbeitspapier die Nutzung tendenziell offener Ressourcen explizit genannt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Dabei sollte angesichts der das Individuum immens formierenden und die Welt vorformatierenden Tendenz digitaler Medien und Formate der Gedanke Ber\u00fccksichtigung finden, dass Bildung immer ein kreatives und exploratives Sichselbstentwerfen ist, das Freir\u00e4ume f\u00fcr Erprobung und Selbstorganisation braucht. [&#8230; So] bieten z. B. \u201aopen educational resources\u2018 (OER) M\u00f6glichkeiten, Hochschulbildung als gestaltende Auseinandersetzung mit der Digitalit\u00e4t zu realisieren, indem sie zur kreativen Umgestaltung, zur Erfindung von Neuem und Widerspru?chlichem, zum Umfunktionieren und zur kollaborativen Erarbeitung und Verbreitung genutzt werden k\u00f6nnen. Gerade angesichts der formierenden Kraft des Digitalen darf die Hochschule ihren Auftrag zur Ein\u00fcbung in Autonomie nicht vernachl\u00e4ssigen.&#8220; (S. 31)<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber auch bei Bef\u00fcrw\u00f6rtern von OER oder in der Friday-For-Future-Bewegung ist es immer wieder erstaunlich &#8211; andererseits aber aus Gr\u00fcnden der Bequemlichkeit auch verst\u00e4ndlich &#8211; zu beobachten, mit welcher Selbstverst\u00e4ndlichkeit Dienste wie WhatsApp oder Google Docs benutzt werden, ohne dies grunds\u00e4tzlich zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Zu den eingangs gestellten Fragen: Reflexion \u00fcber Wissenschaft sollte sowohl Teil von Hochschulbildung als auch Teil von Wissenschaftskommunikation in der digitalen Welt sein. Ganzheitlich verstandene Informationskompetenz, wie sie in diesem Blog beschrieben ist, kann f\u00fcr beide einen wichtigen Beitrag leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was hat das Thema Wissenschaftskommunikation mit Informationskompetenz zu tun? Was hat Wissenschaftskommunikation mit Hochschulbildung zu tun? Warum ist Informationskompetenz f\u00fcr die Wissenschaftskommunikation wichtig und umgekehrt, warum ist die Wissenschaftskommunikation f\u00fcr Informationskompetenz wichtig? 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