{"id":491,"date":"2010-05-11T13:06:53","date_gmt":"2010-05-11T12:06:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=491"},"modified":"2011-03-15T16:06:34","modified_gmt":"2011-03-15T15:06:34","slug":"nachdenken-uber-gedanken-zum-bibcamp-2010-in-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/nachdenken-uber-gedanken-zum-bibcamp-2010-in-hannover\/","title":{"rendered":"Nachdenken &uuml;ber &#8230; Gedanken zum Bibcamp 2010 in Hannover"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"http:\/\/bibcamp.wordpress.com\/\">Bibcamp in Hannover am 7. und 8. Mai 2010<\/a> war wirklich eine aussergew&ouml;hnliche Veranstaltung, dank all der Teilnehmenden, Organisatoren und Sponsoren! Ein paar allgemeine Bemerkungen zum Bibcamp:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei sonstigen Bibliothekskonferenzen reist man an, weiss schon vorher genau, wer zu welchen Themen vortr&auml;gt. Manchmal weiss man sogar im voraus, was derjenige sagen wird. \ud83d\ude0e 30 Minuten Vortragszeit wird von den Vortragenden meistens zu 90% ausgenutzt und dann bleibt maximal noch Zeit f&uuml;r ein, zwei Fragen. Diskussionen passeren selten und wenn nur privat in den Pausen.<\/li>\n<li>Ganz anders das Bibcamp! Man f&auml;hrt hin, ohne genau zu wissen, was einen erwartet. Man weiss, man kann selbst eine Session vorschlagen, ist sich aber unsicher, ob es daf&uuml;r &uuml;berhaupt genug Zuh&ouml;rende gibt. Die Vorschl&auml;ge bei der Sessionplanung zeigten dann ganz schnell, dass man sich eigentlich drei- oder vierteilen m&uuml;sste, um all diese interessanten Themen mitzubekommen. Man kann dann nur auf eine gute <a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/\">Dokumentation im Bibcamp-Wiki<\/a> hoffen! Lange Vortr&auml;ge sind tabu und die Nutzung von Folien wird kritisch hinterfragt. Bei allen Sessions, die ich besucht habe, wurde in der Regel mit mindestens einem Diskussionsbeitrag vom gr&ouml;ten Teil der Session-Teilnehmenden etwas beigesteuert!<\/li>\n<p><!--more--><\/p>\n<li>Folgende Themen wurden u.a. vorgeschlagen: Digital vs Papier, Micro-Encyclopedia Wikwikit, Warum wollen Bibliotheken nicht ins Web?, Freie Katalogdaten &#8211; wie &uuml;berzeugen wir Bibliotheken, Dezentrale Suche f\u00fcr OA-Repositorys &#8211; Yacy, Sharing von Literaturdaten &#8211; Will das jemand, Katalog2.0 &#8211; Beratender Katalog,   \tCreative Commons in der Musik, Infrastruktur f&uuml;r Bibliotheksmetadaten, Crowdsourcing f&uuml;r Bibliotheken, Rollenspiel Open Access, Linked Data &#8211; Semantic Web, Bibliothekarische Fachkommunikation, OPAC mit VuFind, Facebook f\u00fcr Bibliotheken, Professionalisierung von Bibliothek 2.0, Benutzer-Forschung\/-Partizipation; Gibt&#8217;s eine Net Generation?, Verlage und Bibliotheken &#8211; Idealbild und Technik, Apps f&uuml;r Bibliotheken  \tUsability von Bibliotheks-Websites, Bibliotheken als digitale Kompetenzentren\/ Lernumgebungen, Medienp&auml;dagogik, Bibliotheken und Wissenschaftskommunikation &#8211; Theoretische Reflexion, Kontakt zu Wissenschaftlern\/Hochschulkommunikation.<\/li>\n<li>Noch ein Aspekt, der mir auffiel: Die Teilnehmenden gehen naturgem&auml;&szlig; in die Sessions, die einen interessieren bzw. deren Themen affin zu den eigenen Interessen sind. Dies bringt die Gefahr, dass kontroverse Diskussionen leider unwahrscheinlicher werden. So habe ich von der Session &quot;<a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/EntwederOder\">Warum wollen Bibliotheken nicht ins Web?<\/a>&quot;, ohne selbst teilzunehmen, geh&ouml;rt, dass man sich ziemlich schnell einig war &uuml;ber die Antwort auf diese Frage. So h&auml;tten auch in der Informationskompetenz-Session ein paar kritischere Stimmen zum Gesamtkonzept Informationskompetenz durch Bibliotheken die Diskussion sicher noch st&auml;rker belebt. Daher finde ich Dale Askeys Vorschlag in der Abschluss-Session, Teilnehmende in manchen Session-Bl&ouml;cken per Los zu den Sessions zuzuordnen, bedenkenswert!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu den von mir vorgeschlagenen Sessions:<\/p>\n<ul>\n<li>Die <a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Begriffliches+Hacken%2C+Info-Kompetenz+und+anderes\">Session zum Nachdenken &uuml;ber Informationskompetenz<\/a> wurde in den Sessionvorschlag &quot;<a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Von-der-Informationskompetenz-zum-Pers%C3%B6nlichen-Wissensmanagement\">Von der Informationskompetenz zum Pers&ouml;nlichen Wissensmanagement<\/a>&quot; von Anke Wittich integriert, damit wenigstens zwei Zuh&ouml;rende dabei w&auml;ren. \ud83d\ude0e Dass dennoch mehr als 20 Personen dieser Session beiwohnten, hat mich &uuml;berrascht und gefreut! Eine Zusammenfassung der Session bietet <a href=\"http:\/\/bibliothekarisch.de\/blog\/2010\/05\/08\/nachdenken-ueber-informationskompetenz\/\">ein Blog-Beitrag von D&ouml;rte B&ouml;hner<\/a>.\n<p>Einf&uuml;hrend erl&auml;uterte ich meine <a href=\"http:\/\/www.slideshare.net\/thapke\/nachdenken-ber-informationskompetenz\">Gedanken zum Nachdenken &uuml;ber Informationskompetenz<\/a>. Mein Beitrag stellt so etwas wie eine Kritik der Informationskompetenz dar und m&ouml;chte nach einer Problematiserung des Begriffs Informationskompetenz vorschlagen, dass die F&ouml;rderung von Informationskultur vielleicht besser in die Web 2.0 Welt passt! In einer anschliessenden Diskussion interessierte mich besonders die Frage, was in Bibliotheken Arbeitende als F&ouml;rdernde von Informationkultur oder als <a href=\"http:\/\/www.slideshare.net\/lambo\/neue-aufgaben-fr-bibliothekare\">Community Technology Stewards (Lambert Heller)<\/a> wirklich erreichen und leisten k&ouml;nnen? Der Begriff Informationskultur b&ouml;te &uuml;brigens einen Bezug zu Anne Wittichs Hinf&uuml;rung von Informationskompetenz zum pers&ouml;nlichen Wissensmanagement, da gerade der Begriff Informationskultur eine gro&szlig;e Rolle in Unternehmen spielt (<a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=250\">vgl. auch<\/a>).<\/p>\n<p>In Erinnerung der Diskussion bleibt mir der Vorschlag und die Praxis (in der TIB) Studierende zusammen mit der (oder als Ersatz f&uuml;r die ?)  bibliothekarische Auskunft einzusetzen (da m&uuml;ssen in Bibliotheken Arbeitende ganz sch&ouml;n an ihrem Selbstverst&auml;ndnis knappern! \ud83d\ude0e ); au&szlig;erdem die Beschreibung des strategischen Bloggens durch <a href=\"http:\/\/textundblog.de\/\">Markus Trapp<\/a>, der den Begriff Community Technology Stewards f&uuml;r mich mit Leben ausf&uuml;llte.<\/li>\n<li>Meinen zweiten Sessionvorschlag &#8222;Das Internet vor 100 Jahren&#8220; zog ich &uuml;brigens am n&auml;chsten Tag gleich zur&uuml;ck, da eine eigene Session immer verhindert, dass man andere, viel interessantere Sessions besuchen kann! Vielleicht wird diese Session in Hamburg im n&#038;aumlchsten Jahr unter dem Titel &#8222;Das Internet vor 101 Jahren&#8220; erneut angeboten. Auch bei weiteren Bibcamps ist diese Session unter leicht ver&auml;ndertem Titel m&ouml;glich! \ud83d\ude0e Angesprochen auf die Session wurde ich &uuml;brigens von Wolfgang Ruge und Jacob Voss, die in ihren Pr&auml;sentationen (nicht auf dem Bibcamp!) zu <a href=\"http:\/\/www.slideshare.net\/wruge\/paul-otlet-und-das-mundaneum\">Paul Otlet<\/a> und zu <a href=\"http:\/\/biblog.fh-zwickau.de\/2010\/03\/29\/semantic-web-und-linked-data\/\">Semantic Web und Linked data<\/a> zeigen, dass das Thema sogar Web 2.0 aktuell ist (<a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=288 \">vgl. auch<\/a>)!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Sessions, die ich besucht habe:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/BeratenderKatalog\">Katalog 2.0 &#8211; Beratender Bibliothekskatalog<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Die-Professionalisierung-von-Bibliothek-2-0\">Professionalisierung von Bibliothek 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Erforschung-der-Net-Generation\">Benutzer-Forschung\/-Partizipation; Gibt&#8217;s eine Net Generation?<\/a><br \/>\nEin Ansatz zur F&ouml;rderung von Informationskultur (siehe oben!) passt f&uuml;r mich hier sehr gut rein, da dieser Vielfalt, ein Anderssein und sich selbst anders sehen, Kontext und Beziehungen, z.B. im Rahmen einer\u000b Fach-&quot;Kultur&quot; sowie den in dieser Session besonders betonten ethnologischen Ansatz (um Informationsverhalten zu erforschen) impliziert. Regina Pfeifenberger schlug am Ende der Session vor, dass in einer Bibliothek Arbeitende einfach mal ihrer normalen B&uuml;roarbeit an einem Arbeitsplatz im &ouml;ffentlichen Bereich der eigenen Bibliothek nachgehen sollten, um mehr &uuml;ber die Nutzenden und ihre Situation zu &quot;erfahren&quot;. An dieser Stelle f&auml;llt mir noch eine Anregung von <a href=\"http:\/\/infobib.de\/blog\/author\/ch\/\">Christian Hauschke<\/a> beim abendlichen Kneipen-Nachklang ein, ob der Begriff Kunde wirklich so einen guten Begriff im Bibliotheksbereich darstellt?! Wie vieles beim Bibcamp, Stoff zum Nachdenken und Diskutieren!<\/p>\n<\/li>\n<li>Gespannt war ich auch auf die Session von Adrian Pohl und Felix Ostrowski (<a href=\"http:\/\/www.uebertext.org\/\">vgl. auch ihren Blog!<\/a>) &quot;<a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Kulturwissenschaftliche-Verortung-der-wissenschaftlichen-Bibliothek\">Kulturwissenschaftliche Verortung der wissenschaftlichen Bibliothek und Wissenschaftskommunikation<\/a>&quot;, bei der ausgehend vom Begriff &quot;Kulturelles Ged&auml;chnis&quot; (Jan Assmann) &uuml;ber die Rolle von Bibliotheken diskutiert wurde.\n<p>F&uuml;r das kulturelle Ged&auml;chtnis ist nach Assmann eine regelm&auml;ssige &quot;Wiederaufnahme&quot; von Inhalten notwendig, um die &Uuml;berlieferung zu bewahren. In der Vergangenheit erfolgte dies durch Literaturhinweise in Texten, die dann in der Regel nur &uuml;ber den Ort Bibliothek eine Verbindung zum historischen Text-Zitat erm&ouml;glichten. Heute erfolgt dieses durch Links im Netz, und f&uuml;r das kulturelle Ged&auml;chnis m&uuml;ssen diese Links langfristig verf&uuml;gbar sein, was die Bedeutung von konsistenten Links und auch Open Data sichtbar macht! Die Reflexion, was ist wissenschaftlich, ben&ouml;tigt gro&szlig;e Aufmerksamkeit, Bibliotheken als Filter fallen weg. Aufgabe von Bibliotheken &#8211; als (noch) vertrauensw&uuml;rdige, best&auml;ndige Institutionen &#8211; w&auml;re die F&ouml;rderung der Reflexion &uuml;ber Wissenschaft durch eine beratende Funktion, damit neue Regeln f&uuml;r die Wiederaufnahme greifen. Damit bliebe die Bibliothek auch in der Rolle der (Mit-)Erschlie&szlig;erin. Auch die problematische Langzeitarchivierung elektronischer Dokumente bleibt dringende Aufgabe von Bibliotheken im Rahmen dieses kulturwissenschaftlichen Ansatzes.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bibcamp in Hannover am 7. und 8. 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