{"id":880,"date":"2011-03-16T17:01:26","date_gmt":"2011-03-16T16:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=880"},"modified":"2011-03-18T09:49:31","modified_gmt":"2011-03-18T08:49:31","slug":"informationskompetenz-neu-gedacht-informationskompetenz-leicht-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hapke.de\/information-literacy\/informationskompetenz-neu-gedacht-informationskompetenz-leicht-gemacht\/","title":{"rendered":"Informationskompetenz neu gedacht &#8211; Informationskompetenz leicht gemacht?!"},"content":{"rendered":"<p>&quot;Informationskompetenz neu gedacht&quot; war der <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/libviews\/5521832675\/in\/set-72157626255197794\/\">Titel eines Session-Vorschlags<\/a> beim <a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\">4. Bibcamp vom 11. bis 12. M&auml;rz in Hamburg<\/a>. Durch einen (absichtlichen?!) H&ouml;rverst&auml;ndnisfehler bei der Session-Planung wurde daraus zuerst &quot;Informationskompetenz leicht gemacht&quot;! Ich finde, heutzutage hat beides seine Berechtigung.<\/p>\n<p>Zustande kam diese Session &uuml;brigens eigentlich durch ein Versehen. Anne Christensen hatte sich den Titel f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/w\/page\/35813546\/Vorschl%C3%A4ge-und-W%C3%BCnsche-f%C3%BCr-Sessions-auf-dem-BibCamp-2011\">Themensammlung vor dem eigentlichen Bibcamp<\/a> als Dummy und Beispiel ausgedacht. Ich selbst hatte dies gesehen und gedacht, mit Anne &uuml;ber dieses Thema zu diskutieren, dass w&auml;re doch bestimmt spannend. Das dachten dann mehrere weitere Bibcamp-Teilnehmende und dann war auch noch ein Moderator gefunden worden.<\/p>\n<p>Zum Bibcamp als Ganzem habe schon Andere ausf&uuml;hrlicher gebloggt (<a href=\"http:\/\/xenzen.wordpress.com\/2011\/03\/14\/leidenschaft-ideen-fur-begeisternde-bibliotheksservices\/\">Anne<\/a>, <a href=\"http:\/\/bibliothekarisch.de\/blog\/2011\/03\/13\/beitraege-zum-bibcamp-4\/\">D&ouml;rte<\/a>, <a href=\"http:\/\/textundblog.de\/?p=4011\">Markus<\/a>). Die <a href=\"http:\/\/bibcamp.pbworks.com\/Session_Grid\">Dokumentation der 33. Sessions<\/a>  ist zur Zeit in vollem Gange. Nach <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?p=491\">meiner Teilnahme beim 3. Bibcamp im letzten Jahr<\/a> plante ich f&uuml;r dieses Jahr eigentlich eine Session mit dem Titel &quot;Das Internet vor 101 Jahren&quot;. Aber als Teil des Orga-Teams konnte ich es nicht verantworten, \ud83d\ude0e eine solche Session, die haupts&auml;chlich eine Erl&auml;uterung von Folien dargestellt h&auml;tte, im Rahmen dieses Bibcamps anzubieten. Vielleicht im n&auml;chsten Jahr unter dem Titel &quot;Das Internet vor 102 Jahren&quot;!<\/p>\n<p>Nun aber zur Session, zu der ich hier zusammenfassend, gespickt mit eigenen Anmerkungen, mein Wahrnehmungen aufgeschrieben habe. Insgesamt wurde vielf&auml;tige, auch grundlegende Fragestellungen zur F&ouml;rderung von Informationskompetenz (IK) durch Bibliotheken explizit angesprochen, aber auch das, was implizit bei manchen Diskussionsbeitr&auml;gen f&uuml;r mich f&uuml;hlbar schien, m&ouml;chte ich hier thematisieren.<\/p>\n<p>Im Browsing-Einstieg zur von Matti St&ouml;hr mit Unterst&uuml;tzung von Silvia Czerwinski moderierten Session wurde als besondere Problematik der F&ouml;rderung von IK durch Bibliotheken das Auseinanderfallen von Anspruch und Realit&auml;t, von Inhalt und Form betont. Es wurde sogar von &quot;wildem Aktionismus&quot; von Bibliotheken im Bereich IK gesprochen. Vom Anspruch her impliziert IK inhaltlich mehr als Katalog- und Datenbank-Recherche. Es umfasst das wissenschaftliche Arbeiten und das Lernen Lernen, wie Werner Tannhof bzw. Julia Bergmann betonten. Andererseits kommt man beim Recherchieren auch ohne (bibliothekarisch gedachte) IK oft zu guten oder zufriedenstellenden Ergebnissen. &quot;Informationskompetenz leicht gemacht&quot; erfolgt heute durch gut gemachte Oberfl&auml;chen von Datenbanken, die die IK der Nutzenden &quot;fast automatisch&quot; f&ouml;rdern.<\/p>\n<p>Die IK-Angebote von Bibliotheken, erarbeitet oft mit Sicht auf den eigenen Bestand und die von ihnen subskribierten Datenbanken, d&uuml;rfen die Sicht auf Tools wie Google, Facebook, Delicious usw. mit deren Problematik aber auch mit deren berechtigtem Mehrwert nicht ausklammern. Sonst werden Bibliotheken unglaubw&uuml;rdig. Die Klage, dass die Studierenden nicht zu uns kommen, hilft nicht weiter: Bibliotheken m&uuml;ssen nach au&szlig;en, zu den Studierenden gehen. Julia Bergmann betonte, wichtig sei das Ansetzen bei generellen Strategien, aber auch die M&ouml;glichkeit individuelle Fragen an Info-Desks, die z.B. zusammen mit dem jeweiligen Rechenzentrum bestzt werden k&ouml;nnen, beantwortet zu bekommen. Gerade wenn ein gewisser Leidensdruck da ist, werden kompetente Ansprechpartner ben&ouml;tigt! Julia fragte auch danach, was aus dem Gaming f&uuml;r die IK-F&ouml;rderung gelernt werden kann.<\/p>\n<p>Auf die Frage &quot;Wie kamen Bibliotheken zum Thema Informationskompetenz?&quot; wurde die These formuliert, dass die Besch&auml;ftigung mit IK die Folge politischer Entscheidungen im Zuge der Bologna-Studienreform sei: Dies gilt vielleicht f&uuml;r die Bibliotheken, die explizit als Folge der Reform Angebote erarbeiteten. Insgesamt gesehen ist es aber vielleicht auch so, dass aufgrund der Entwicklung von Informationstechnik und Internet herk&ouml;mmliche Konzepte unter dem Label &quot;Benutzerschulung&quot;, im angloamerikanischen Bereich, wie ich finde, besser als &quot;user education&quot; bezeichnet, nicht mehr ausreichen. Eigentlich sollte man heute eher von &quot;Informationsbildung&quot; als Aufgabe auch &#8211; aber nicht nur &#8211; von Bibliotheken sprechen. Die Realit&auml;t der IK-F&ouml;rderung durch Bibliotheken k&ouml;nnen aber &#8211; und dies wurde in der Diskussion ganz deutlich gesagt &#8211; nur Bibliotheken &auml;ndern, diese Realtit&auml;t wird von uns gemacht! Olaf Eigenbrodt betonte nochmals seine <a href=\"http:\/\/www.opus-bayern.de\/bib-info\/volltexte\/2010\/958\/\">schon in Leipzig ge&auml;usserte<\/a> Auffassung, dass eine Status-Begr&uuml;ndung von BibliothekarInnen durch Dozentent&auml;tigkeit von au&szlig;en gesehen selten glaubw&uuml;rdig wirkt. Unterst&uuml;tzung von Lehrenden und Forschenden durch Informationsprofis als Partner, auch dies w&auml;re eine Integration von IK in ihren Kontext und ins Curriculum.<\/p>\n<p>Ein Diskussionsstrang der Session fragte nach <strong>der<\/strong> Definition von Informationskompetenz. Nat&uuml;rlich kann man hier die Standards runterbeten! \ud83d\ude0e BibliothekarInnen wollen oft klare Definitionen, Regeln und Standards. Aber beim Lernen und damit auch beim Thema IK ist die eigene Perspektive und der eigene Kontext entscheidend f&uuml;r den Erfolg. Kompetenzen k&ouml;nnen nur Individuen entwickeln, und diese sind eben total unterschiedlich in ihren Voraussetzungen und vielf&auml;ltig in ihren Anspr&uuml;chen.<\/p>\n<p>Schon die Literatur, zum Begriff, was Information eigentlich ist, ist heutzutage mit ihren vielf&auml;ltigen Antworten kaum noch zu &uuml;berschauen (Erg&auml;nzt am 18.3.2011: Vgl. dazu auch die <a href=\"http:\/\/blog.hapke.de\/?cat=9\">Kategorie &quot;Philosophy of information&quot; dieses Blogs<\/a>). Bei Fragen des Inhaltes und der Methoden der IK-F&ouml;rderung scheint oft Unzufriedenheit und Ratlosigkeit zu herrschen, z.B. dar&uuml;ber, dass es kaum einen Minimalkonsens zur IK durch Bibliotheken gibt. Ich denke, nur aus solcher bewussten Unsicherheit heraus ist die Vielfalt m&ouml;glich, die es Bibliotheken vielleicht erlaubt, einen Teil der Vielfalt der Bed&uuml;rfnisse, die unsere Nutzenden hinsichtlich des eigenen Informationsverhaltens haben, aufzunehmen und zu erf&uuml;llen.<\/p>\n<p>In der Diskussion kam die Frage nach den Kernkompetenzen von IK. Hier helfen die Standards nicht so richtig weiter, denn man sollte vielleicht besser fragen, <strong>was sind grunds&auml;tzliche Kernvoraussetzungen, um als Individuum informationskompetent zu werden<\/strong>. Julia Bergmann nannte hier Neugierde (schon <a href=\"http:\/\/www.opus-bayern.de\/bib-info\/volltexte\/\/2008\/487\/\">Suzanne Rockenbach<\/a> hat dies so gesehen), die F&auml;higkeit zu spielen und die Zeit daf&uuml;r zu haben. Zeit ist dabei ein Grundproblem, nicht nur bei den in Bibliotheken Arbeitenden, sondern auch bei deren Nutzern. Dazu kommen aus meiner Sicht als Kernvoraussetzungen eine kritische Haltung und ein genereller Zweifel (wieder schon bei Rockenbach!) an dem, was man beim Informieren findet, sowie ein regelm&auml;&szlig;iges &uuml;berpr&uuml;fendes Infragestellen des eigenen Informationsverhaltens.<\/p>\n<p>Wie k&ouml;nnte so etwas wie Best Practice in IK-F&ouml;rderung durch Bibliotheken aussehen? Genannt wurde eine Reduzierung des eigenen Anspruches, z.B. dadurch, dass man Schulung auch als Marketing-Massnahme ansieht, sowie das Bewusstsein, dass Datewnbank-Recherche als inhaltliche Hauptkomponente bibliothekarischer IK nur ein Teil des Ganzen ist. Als konkretes Beispiel m&ouml;chte ich hier Aktivit&auml;ten von <a href=\"http:\/\/infobib.de\/blog\/2011\/01\/25\/raus-aus-der-bibliothek-die-stippvisite\/\">Christian Hauschke erg&auml;nzen, der sogenannte &quot;Stippvisiten&quot; in Lehrveranstaltungen macht<\/a>, um f&uuml;r Schulungs- und Beratungsangebote der Bibliothek zu werben. Die Studierenden werden aufgefordert, sich selbst organisierend an die Bibliothek zu wenden, wenn sie als Kleingruppe eine Veranstaltung haben wollen. Meiner Erfahrung nach bringen von Studierenden selbst organisierte, geforderte und nachgefragte Aktivit&auml;ten von Bibliotheken zur IK die meiste Befriedigung f&uuml;r alle Beteiligten! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&quot;Informationskompetenz neu gedacht&quot; war der Titel eines Session-Vorschlags beim 4. Bibcamp vom 11. bis 12. M&auml;rz in Hamburg. Durch einen (absichtlichen?!) H&ouml;rverst&auml;ndnisfehler bei der Session-Planung wurde daraus zuerst &quot;Informationskompetenz leicht gemacht&quot;! Ich finde, heutzutage hat beides seine Berechtigung. 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